Elisabeta Kleitsch

Die Eistherapie

Praxis für Krankengymnastik und Ganzheitstherapie in Karlsruhe Durlach

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Was ist Eistherapie

Die wichtigsten Kältewirkungen:

  • Schmerzlinderung:
    Die Meldungen, die die Kältemelder ans Gehirn weitergeben, stören die Weiterleitung der Schmerzreize. Unter anderem beruht das wohl darauf, dass die Kältereize deutlich schneller das Gehirn erreichen als ein Teil der Schmerzreize. Ist der Kältereiz so ausgeprägt, dass er selbst als Schmerzreiz wahrgenommen wird - z. B. eine Eispackung über einem verletzten Gelenk - dann überdeckt der künstlich erzeugte Kälteschmerz den Verletzungsbedingten Schmerz. Wirkt die Kälte über längere Zeit ein, dann erzeugt sie vorübergehend sogar eine Lähmung der Kälte- und der Schmerzrezeptoren in der Haut. Zudem setzt sie die Geschwindigkeit herab, mit der die Nerven einen Reiz - also z. B. Schmerz - weiterleiten können.
  • Entzündungshemmung:
    Ist im Gewebe eine Entzündung im Gange, zeigt sich das meist durch eine gesteigerte Durchblutung, die an der charakteristischen Rötung und Überwärmung des Gewebes zu erkennen ist. Kälte bringt die Blutgefäße dazu, sich zusammenzuziehen und reduziert so die Durchblutung. Als Folge der Kälte selbst laufen die Stoffwechselprozesse im entzündeten Gewebe langsamer ab. Gedrosselt wird vor allem auch die Aktivität von Enzymen, die im Gewebe entzündungs- und Schmerzfördernde Substanzen herstellen helfen. Zudem vermindert Kälte die Entzündungsbedingte Schwellung.
  • Einfluss auf die Muskelspannung:
    Wie Kälte den Spannungszustand der Muskulatur beeinflusst, das hängt von ihrer Einwirkdauer ab. Zunächst wird die - unwillkürliche - Spannung herabgesetzt, im Gegenzug aber die willkürliche Aktivierung der Muskeln erhöht. So kann ein Tauchbad in eiskaltem Wasser sogar spastisch verkrampfte Muskeln entspannen. Nach 20 bis 25 Minuten erreicht die Kälte die Muskelspindeln. Muskelspindeln sind Dehnungsmelder, die unter anderem die Muskelspannung regulieren. Kälte macht die Muskelspindeln unempfindlicher. Dadurch verstärkt sich der Muskelentspannende Effekt noch. Zudem dauert dieser Effekt auch noch an, wenn die Kälte nicht mehr einwirkt.
     
  • Die Kälteintensitäten lassen sich grob unterscheiden in milde Kälte, wie Güsse, Wickel oder kalte Peloide, mittlere Kälte, wie sie z. B. Eis vermittelt, und starke Kälte durch Anwendung von gasförmigem Stickstoff oder kalter Luft (Kaltluft).
    Gängige Anwendungsformen von Kälte:
    • · Eisbeutel werden meist mit Eisgranulat gefüllt, das sind kleine, etwa nussgroße Stückchen. In dieser Form hat das Eis eine Temperatur von zirka -0,5 °C und kühlt rund 30 Minuten lang (abhängig natürlich von der Eismenge).
    • · Spezielle Kältepackungen enthalten Silikatgel in einer Plastikhülle. Selbst bei -15 bis -18 °C sind sie verformbar und können so körpergerecht aufgelegt werden. Man verwendet sie z. B. im Wechsel mit Krankengymnastik, z. B. jeweils für ein bis fünf Minuten oder über 20 bis 35 Minuten zur Kühlung auch tieferer Gewebsschichten.
    • · Bei der Eismassage bzw. der Eisabtupfung tupft der Physiotherapeut/Masseur mit einem Stiel versehene Eiswürfel oder Eiskegel auf die Haut. Als Hilfsmittel in der Krankengymnastik wird diese Eisform auch in kreisenden Bewegungen für drei bis fünf Minuten über die Haut geführt.
    • · Eiskompressen sind Frottiertücher, die nach dem Eintauchen in Kochsalzlösung tiefen Temperaturen von -12 bis -15 °C ausgesetzt waren. Sie sind nicht völlig steif gefroren und lassen sich dem Körper anpassen. Soll die Kälte auch tiefere Gewebsschichten erreichen, müssen sie 15 bis 20 Minuten einwirken.
    • · Eisteilbäder gehören zu den intensiveren Kälteanwendungen. Hände, Füße oder Arme werden in ein Eis/Wassergemisch von zirka +1 °C eingetaucht. Oft wird dieses Verfahren mit Krankengymnastik kombiniert.
    • · Intensive Kälte vermitteln auch kalte Luft (-30 bis -40 °C) oder gasförmiger Stickstoff (-160 bis -180 °C, Hautkontakt mit -120 °C). Aus etwa 40 bis 60 Zentimetern Abstand strömt Gas bzw. Luft auf die Haut. Die Ausströmdüse wird dabei ständig bewegt, sodass der Luftstrom nicht immer dieselben Hautstellen trifft.
    • · Kalte Güsse Waschungen, kalte Wickel, Auflagen (z. B. Quark) und Peloide sind eher mildere Formen der Kälteanwendung.

Wann ist diese Behandlung sinnvoll?

Die Einsatzgebiete für Kälte ergeben sich aus ihren Wirkungen. Kälte eignet sich

  • bei akuten Zuständen entzündlicher Gelenk- und Wirbelsäulenerkrankungen.
  • in akuten Stadien des Weichteil-Rheumatismus.
  • bei akuten Rheumaschüben.
  • bei anderen Erkrankungen des Rheuma-Typs (so genannte Kollagenosen).
  • bei Autoimmunerkrankungen.
  • nach Verletzungen und/oder Operationen am Bewegungsapparat.
  • unterstützend bei oberflächlichen Venenentzündungen (Thrombophlebitis) und Entzündungen der Lymphwege (Lymphangitis).
  • zur Erstbehandlung stumpfer Verletzungen (z. B. beim Sport).
  • bei spastischen Spannungszuständen der Muskulatur (z. B. bei Multipler Sklerose).
  • als Hydrotherapiemittel bei der Kneipp-Therapie.
  • zur Fiebersenkung ( Wadenwickel ).

    Keine Kälte vertragen Menschen
  • die Kälte gegenüber sehr empfindlich sind.
  • mit einer Kälteallergie.
  • mit Hautreaktionen, die durch Kälte hervorgerufen werden.
  • mit ausgeprägten Sensibilitätsstörungen oder ausgeprägten Ernährungsstörungen des Gewebes (Intensität der Kälteanwendung kann nicht abgeschätzt werden).
  • die unter schweren arteriellen Durchblutungsstörungen leiden.
  • mit einer Überreaktion der Gefäße auf Kälte (so genannter Morbus Raynaud).
  • mit Durchblutungsstörungen des Herzmuskels (Kälte kann zu so genannten Angina-pectoris-Anfällen führen).

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